04.09.2021

Von Andrea Drescher

Lasst uns Brücken bauen: Geimpfte Maßnahmenkritiker im Gespräch – Teil 1

 

Es sind mehr als wir denken!

 



Ich oute mich: es ist sicher nicht überraschend, ich werde mich nicht gegen Corona impfen lassen. D.h. aber nicht, dass ich nicht akzeptiere, wenn andere Menschen das tun. Eigenverantwortung und freier Impfentscheid gilt in beide Richtungen. Jede Entscheidung ist ok – solange sie frei getroffen werden kann. Was für mich inakzeptabel ist, sind Druck und Zwang zu eine Impfung, was klar dem Nürnberger Kodex widerspricht. Dagegen wehre ich mich, mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln und bin froh, dass dieser Widerstand auch von Menschen geleistet wird, die sich selbst PRO Impfung entschieden hat.

Im Teil 1 dieses Artikel habe ich Interviews mit drei geimpften Maßnahmenkritikern geführt. In diesem Teil kommen vier Weitere zu Wort. Mein Dank gilt diesmal Flora, Guido, Hans und Susanne. Menschen wie sie zeigen mir: ich bin nicht allein. Wir Ungeimpfte sind nicht allein. Und das ist wichtig. Mir zumindest.
Es fehlt an ehrlicher Aufklärung

Zur Person

Flora D, Jahrgang 1970 ist geschieden und hat keine leiblichen Kinder. Die gelernte Maler- & Lackierin lebt in NRW und ist aus gesundheitlichen Gründen Frührentnerin. Sie ist politisch sehr interessiert und informiert sich aktiv.

Aus welchen Medien informieren Sie sich?

Ich nutze lokale Medien aus der Region, darunter Neue Westfälische und Radio Bielefeld, den WDR, aber auch ARD und ZDF. Regelmäßig lese ich Spiegel, die Süddeutsche, Zeit online, FAZ, FR – online eigentlich alle größeren Medien.

Wie ordnen Sie die Gefährlichkeit der Krankheit ein?

Aufgrund meiner Vorerkrankungen stellte Corona für mich eine Bedrohung dar, seit es die Impfung gibt nicht mehr.

Darum haben Sie sich impfen lassen?

Ja genau. Ich gehöre zu verschiedenen Risikogruppen – für mein Immunsystem kann der Virus ein gravierendes Problem sein. Wäre ich kerngesund, weiß ich nicht, ob ich mich zu diesem Zeitpunkt hätte impfen lassen. Wahrscheinlich ja, aber ich hätte die Dringlichkeit vermutlich anders bewertet.

Hatten Sie Angst vor der Impfung?

Nein. Angst vor den Nebenwirkungen hatte ich keine, ich hatte dann auch keine. Ich habe nachher einen Impfthiter machen lassen, mein Werte sind sehr sehr gut ausgefallen und ich fühle mich jetzt viel besser.

Welcher Impfstoff wurde verwendet, hatten Sie da die Wahl?

Zum Einsatz kam Biontech/Pfizer. Ich wurde meiner Hausärztin gefragt, ob ich diesen auch wollte. Für mich kam nur nur einen mRNA-Impfstoff kein Vektorimpfstoff in Frage. AstraZenca bzw. Johnson & Johnson hätte ich wegen der Thromboserisiken abgelehnt. Da bin ich bei meinen Vorerkrankungen besonders gefährdet.

Wie stehen Sie zu dem zunehmenden Impfdruck bzw. sich abzeichnenden Impfzwang?

Ich halte diesen Druck auf jeden Fall für total verfrüht. Gerade jetzt ab Oktober, wo Ungeimpfte die Tests zahlen sollen. Viele sind unentschlossen. Die kann man doch nicht erreichen, indem man ihnen die Pistole auf die Brust setzt. Das ist Impflicht durch die Hintertür. Ihnen soll das Leben so schwer gemacht werden, dass sie entnervt aufgeben. Ich bin der Meinung: man sollte sich impfen lassen, wenn man überzeugt ist, oder es lassen, wenn man nicht überzeugt ist. Auf jeden Fall ist der Zeitpunkt völlig verkehrt.

Warum?

Wir haben viel zu wenig Informationen. Der richtige Zeitpunkt ist erst dann, wenn klarer wird, was die Impfstoffe wirklich können bzw. nicht können. Also frühestens nächstes Jahr. Es zeichnet sich ja bereits ab, dass der Impfschutz anderen gegenüber nicht so gut ist, wie man erwartet hat. Das ist eine wichtige Frage – solange die noch offen ist, darf kein Druck gemacht werden. Und das muss alles ehrlich geklärt werden. Wirklich ehrlich. Die offizielle Wissenschaft windet sich diesbezüglich ganz schön. Die Bereitstellung des Biontech-Impfstoff 2020 – also Entwicklung, Testung und Produktion – verlief ja rasant. Jetzt liegen Millionen von Daten aus Israel, UK und anderen Ländern vor und trotzdem fehlen klare Aussagen zur Impfstoffqualität. Er scheint nicht so gut zu sein, wie angekündigt. Auch gerade was den Schutz von anderen angeht, scheinen große Defizite zu bestehen. Daher lehne ich jeden Impfzwang ab. Es geht um die Methode. Man muss die Menschen ehrlich aufklären, ich habe leider nicht den Eindruck, dass das wirklich stattfindet.

Und den Menschen dann mit Erpressung zu kommen, halte ich sogar für gefährlich. Denn die Selbstzahlung wird dazu führen, dass sich weniger Menschen testen lassen. Nicht jeder hat die finanziellen Möglichkeiten, sich zwei oder drei Mal in der Woche testen zu lassen. Damit werden weniger Infizierte entdeckt, und man erreicht genau das Gegenteil von dem, was man erreichen will.

Meine Mutter ist 80 und hat ihre Impfung bereits im Winter bekommen. Mit den notwendigen Auffrischungsimpfungen geht es im Herbst los. Wenn im Oktober Infizierte unentdeckt bleiben, weil sie ihre Tests nicht bezahlen können, gefährden diese wieder die Risikogruppen wie meine Mutter, wenn diese noch nicht aufgefrischt wurden.

Auch bin ich der Meinung, dass jeder selbst entscheiden soll, ob er einen medizinischen Eingriff möchte oder nicht. Aufklärung und Information sind Voraussetzung – das vermisse ich bei dieser Impfung. Ich habe mich sehr sehr viel selbst informiert, mir Studien angesehen und mir die Nebenwirkungen angeschaut.

Wie stehen Sie zu den sonstigen Maßnahmen?

Einen weiteren pauschalen Lockdown wie wir ihn hatten, lehne ich ebenfalls ab. Das ist auf Dauer keine Möglichkeit die Inzidenzen runter zu bekommen. Außerdem wäre es unfair gegenüber denjenigen ,die sich im guten Glauben haben impfen lassen. Und auch die kleinen Unternehmer werden das vermutlich nicht nochmal überleben.

Es gibt hoffentlich einen vernünftigen Weg aus dieser Krise.
Ich will meine Ruhe haben

Zur Person

Guido K., Jahrgang 1984 lebt in Wiesbaden. Der Ingenieur ist ledig und engagiert sich beruflich sehr. Daher ist er nicht politisch aktiv, ist aber interessiert und informiert sich breit.

Aus welchen Medien informieren Sie sich?

Zu meinen Standard-Informationsquellen gehören Google, Welt.de und n-tv, sowie zahlreiche Alternativkanäle über YouTube oder Telegram wie Alles außer Mainstream, PI Politik Spezial, Bittel TV oder Rubikon. Die Tagesschau schau ich mir nicht mehr an. Diese erinnert mich inzwischen durch ihre überwiegend propagandaartige Berichterstattung zu sehr an die „Aktuelle Kamera“.

Wie ordnen Sie die Gefährlichkeit der Krankheit ein?

Für mich habe ich die Krankheit nicht als bedrohlich empfunden. Aber Menschen mit versteckten Vorerkrankungen können echt Probleme bekommen. Ich kenne Menschen, die noch lange nach ihrer Erkrankung erhebliche Probleme mit der Atmung hatten. Ich verharmlose Corona auf keinen Fall.

Warum haben Sie sich impfen lassen?

Um Probleme im Alltag zu vermeiden und endlich dank des QR-Codes meine Ruhe zu haben. Im Juni war ich in Kärnten, also im Süden von Österreich in Urlaub und musste dort alle zwei Tage zum Testen, nur um dort meinen Urlaub verbringen zu dürfen. Selbst meine Zimmerkarte wurde nur auf die Dauer der Gültigkeit des Tests ausgestellt. Ich konnte zum Testzentrum gehen, dann war der Test 48 Stunden gültig oder ihn selbst im Hotel machen, dann war täglich testen angesagt. Eine Woche nach meinem Urlaub dort entfielen diese strengen Regelungen zwar wieder, aber man weiß ja nicht was kommt. Im September möchte ich wieder nach Österreich fahren, im November muss ich beruflich nach Norwegen, da möchte ich nicht mehr dieser täglichen Testerei unterworfen sein.

Auch dem moralischen Druck wollte ich endlich entgehen. Bei meinen beiden Arbeitgebern gab es Todesfälle, also Menschen, die an oder mit Covid gestorben sind. Daher kamen immer wieder Appelle an die Vernunft, sich doch impfen zu lassen, man hätte ja gesehen was passieren kann wenn man „ungeschützt“ ist.

Welcher Impfstoff wurde verwendet, hatten Sie da die Wahl?

Mein Wunsch-Impfstoff war Johnson und Johnson, ich hatte mich entschieden „Nur einen Schuss“. Das war auch problemlos möglich. Ein Freund von mir, der selbst extrem vorsichtig ist, hat mich zwar vor der etwas niedrigeren Wirksamkeit gewarnt, aber mir ging es ja ausschließlich um den “QR-Code“, die Wirksamkeit war mir egal.

Hatten Sie Angst vor der Impfung?

Anfangs schon, jetzt habe ich keine Angst mehr vor den Risiken. Aktuell steht keine Familienplanung an, das Risiko war und ist für mich vertretbar. Es hätten natürlich schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können, dann hätte ich Pech gehabt. Das Leben ist lebensgefährlich! Ich habe mir aber auch gesagt, wenn es mich erwischt und umbringt, dann muss ich den Wahnsinn wenigstens nicht mehr länger ertragen.

Wie stehen Sie zu dem zunehmenden Impfdruck bzw. sich abzeichnenden Impfzwang?

Das lehne ich kategorisch ab. Jeder ist ein mündiger Bürger und sollte selbst entscheiden, welches Risiko er eingehen möchte. Rauchen oder Extremsportarten werden auch nicht verboten, obwohl beides mit Hospitalisierung und Sterben verbunden sein kann.

Wie stehen Sie zu den sonstigen Maßnahmen?

Die ganzen Maßnahmen dieses nicht mehr enden wollenden Irrsinns sind in meinen Augen unverhältnismäßig. Man muss sich doch fragen: stehen die Maßnahmen im Verhältnis zu dem, was wir dadurch vermeiden?

Von Seiten des Kanzleramtes hieß es: Sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht wurde, würden alle Maßnahmen aufgehoben. Das sieht aber nach der aktuellen Beschlussvorlage ganz anders aus. Und wenn man Jens Spahn zuhört, sollen die Maßnahmen vorläufig nicht enden. Er sagt, dass ein harter Winter käme und wir durchhalten müssten bis zum nächsten Frühjahr. Das ist für mich inakzeptabel und stellt für mich definitiv eine Drohung dar. Wenn das so weiter geht, wird unsere sowieso bereits geschwächte Wirtschaft endgültig gegen die Wand gefahren.

Das lässt sich hoffentlich noch verhindern.

An Corona erkrankt und trotzdem geimpft

Zur Person

Hans M. kam 1954 auf die Welt. Der geschiedene Naturwissenschaftler hat zwei erwachsene Söhne, ist Dipl. Geologe, Mineraloge und Chemiker, hat viele Jahre an der Hochschule verbracht und arbeitet im Systemvertrieb für Elektronische Systeme sowie als Yogalehrer in Baden-Württemberg. Er ist politisch engagiert, traut sich aber aus gesundheitlichen Gründen aufgrund der zunehmenden Gewalt nicht auf Demonstrationen.

Aus welchen Medien informieren Sie sich?

Neben meiner Tageszeitung, der Rhein-Neckar Zeitung, nutze ich das Internet, Facebook, Telegram sowie ab und zu den Spiegel. Seit 2017 gibt es für mich keinen Fernseher mehr. In den normalen deutschen Medien findet man wenig, bei dem man das Gefühl hat, es ist von einem Selbstdenker verfasst. Die Behauptung der Presse, es würde sich um unabhängige Berichterstattung handeln, ist absurd. Es ist Propaganda. Wer so wie ich Barneys, Le Bon oder Wilhelm Reich gelesen oder sich ein wenig mit Marketing, Vertrieb und PR beschäftigt hat, erkennt die typischen massenpsychologischen Techniken, die derzeit angewendet werden.

Wie ordnen Sie die Krankheit ein?

Ich habe selbst Corona gehabt, wohl als einer der Ersten, im Februar 2020. Es war eine sehr unangenehme Form der Grippe, die mir auf die Lunge geschlagen ist, so dass mein Asthma wieder aufgeflammt ist, dass ich durch Yoga halbwegs besiegt hatte. Es ist eine ernstzunehmende Krankheit, aber weder Pest, Cholera noch Pocken – die spielen in einer ganz anderen Liga. Von daher sehe ich keinen Grund für die Panik und das Propagandatheater, das seit 1,5 Jahren stattfindet.

Warum haben Sie sich impfen lassen ?

Als Yogalehrer und Coach bin ich mit sehr vielen Menschen in Kontakt und lebe von dem, was ich tue. Ich möchte unbehelligt weiterleben, liebe Yoga, unterrichte leidenschaftlich gerne und würde alles dafür tun, das ungestört weiter zu tun. Ich unterrichte in einem der größten Fitness-Studioketten Deutschlands. Es gab zwar keinerlei Impfdruck, ich wollte den Diskussionen aber von vornherein aus dem Weg gehen. Ich bin auch kein Impfgegner, mein Protest richtet sich nicht gegen Impfen generell. Ich bin auch zu sehr Wissenschaftler, um manche etwas verschrobene Argumente gegen die Impfstoffe ernst zu nehmen. Richtig ist allerdings, dass er rasend schnell entwickelt wurde und Risiken birgt, die kein anderer Impfstoff bisher mitbrachte.

Welcher Impfstoff wurde verwendet, hatten Sie da die Wahl?

Ich habe mich an meinen Hausarzt gewendet und ihm gesagt, wenn ihr impfen dürft, ruf mich an, wenn ein Termin frei ist. Der Anruf kam dann im April. Das Angebot mit Astra-Zeneca habe ich abgelehnt, Biontech war für mich ok.

Hatten Sie keine Angst vor Nebenwirkungen?

Doch. Aber ich bin ein altes Pferd, wäre einige Male in meinem Leben fast gestorben. Schon als 13 Monate altes Kleinkind wurde ich schon für tot erklärt. Das Leben ist lebensgefährlich, man muss Risiken eingehen und nicht vor Angst durchdrehen.

Ich hatte punktuell leichtes Kopfweh – das fiel mir auf, weil ich so etwas sonst nie habe. Das trat einige Wochen kontinuierlich an einer bestimmten Stelle auf, da haben sich die Thromben wohl durch mein altes Hirn durchgezwängt. Es hat sich inzwischen wieder gelegt. Aber ich bin sicher, dass die Nebenwirkungen viel häufiger sind, als wir es von der EMA präsentiert bekommen. Viele Nebenwirkungen lassen sich nur schwer direkt zuordnen. Diese Impfstoffe sind problematischer als alles, was bisher am Markt bekannt ist, davon bin ich überzeugt.

Wie stehen Sie zu dem zunehmenden Impfdruck bzw. sich abzeichnenden Impfzwang?

Das sind Vorformen einer totalitären Gesellschaft. Das geht gar nicht. Auch den Menschen Grundrechte zu entziehen und wieder zu erteilen ist nicht mit unserer Verfassung vereinbar. Auch wenn ich nicht auf Demonstrationen gehen kann, dagegen bin ich aktiv. Über Facebook kann man viele Menschen erreichen, trotz der zunehmenden Zensur, die mir immer wieder Sperren einbringt. Auch im privaten Umfeld spreche ich mit vielen Menschen, schreibe Leserbriefe an meine Tageszeitung, die ich schon seit 30 Jahren abonniert habe. Auch wenn die schon zum Revolverblatt der Regierung verkommen ist, man muss einfach lautstark widersprechen. Es ist der größte Angriff auf die Demokratie seit Bestehen der Bundesrepublik, dahinter steht das Großkapital, die Politiker sind doch nur Marionetten. Die Wahl zwischen Baerbock, Laschet oder Scholz ist wie die Auswahl zwischen Omo, Persil oder Dash.

Wie stehen Sie zu den sonstigen Maßnahmen?

Das war vollkommener Quatsch; ich kann es nicht anders sagen. Die Lockdowns haben nichts gebracht, außer dass viele mittelständische und kleine Unternehmen kaputt gemacht wurden und börsennotierte Großunternehmen als Krisengewinnler hervor gegangen sind. Die Hoteliers, Restaurantbesitzer oder Taxi-Unternehmer, für die war es richtig schlimm. Das sind seit Jahren meine Kunden, daher kriege ich das mit. Manch Hotelier hat über ein Jahr auf die versprochenen Förderungen gewartet – und ging dann pleite. Ganz „überraschend“ wurden z.B. die Insolvenzmassen dann wieder von großen Hotelketten aufgekauft. Diese Konzentration hat schon Marx vorausgesagt – durch Corona wird es auf die Spitze getrieben.

Hoffen wir mal, dass wir einen Weg gemeinsam aus dieser Krise finden.

Wohin entwickelt sich unsere Demokratie?

Zur Person

Susanne H., Jahrgang 1965, ist Mutter zweier erwachsener Kinder, die ebenfalls beide geimpft sind. Die geprüfte Verwaltungsfachwirtin lebt in Oberhavel und ist politisch interessiert, aber nicht engagiert.

Aus welchen Medien informieren Sie sich?

Im Mainstream bei ARD und ZDF, NTV, BBC und verschiedenen Privatsendern, im Printbereich sind es die Süddeutsche, ab und zu die FAZ und die Frankfurter Rundschau. Alternativ bin ich auf Telegram unterwegs und verfolge die Kanäle von Rubikon, Klagepaten, Achgut, ab und zu Boris Reitschuster und Alles außer Mainstream. Auch auf Twitter informiere ich mich, da ich ein breites Spektrum an Medien nutzen möchte, um für mich herauszufiltern, was stimmt und was nicht. Und das wird immer schwerer.

Wie ordnen Sie die Krankheit ein?

Das ist ein schwieriges Thema für mich. Am Anfang habe ich mit großer Überzeugung gesagt, dass es für mich gefährlicher als eine Grippe ist, aber nicht lebensgefährlich. Man kann 100 Virologen zuhören, es gibt zwei Fronten, die Regierungstreuen und die Regierungskritischen, aber wirklich zu einer abschließenden Meinung bin ich nicht gekommen. Ich weiß einfach nicht, was es ist. Ich selbst habe keine Angst davor, habe auch keine für ein Risiko bekannten Vorerkrankung, bin noch unter 60 und gehörte damit keiner Risikogruppe an. Ich bin der Meinung, dass ein normales Immunsystem, das nicht aufgrund starker Vorerkrankungen oder Alter geschwächt ist, die Erkrankung auffangen und von selbst bekämpfen kann.

Warum haben Sie sich impfen lassen?

Zum einen weil ich in einer Wohngemeinschaft lebe und der Mitbewohner schwer vorerkrankt ist. Er ist zwar auch geimpft, hat sich bereits im März, also sehr früh impfen lassen, aber … Ich weiß nicht, ob ich ihn trotz Impfung in irgendeiner Weise infizieren kann und ob das Auswirkungen hätte, wenn ich nicht geimpft wäre – aber ich will auf keinen Fall etwas riskieren.

Zum anderen habe ich mich impfen lassen, weil ich diese ständigen Tests leid war. Ich möchte in aller Ruhe – ohne PCR-Testerei – in Urlaub fliegen können. Ich weiß, dass ich dabei ein für mich nicht kalkulierbares Risiko eingegangen bin, da die Impfnebenwirkungen in keiner Weise ausreichend erforscht sind, aber ich habe es trotzdem getan.

Welcher Impfstoff wurde verwendet, hatten Sie da die Wahl?

Biontech Pfizer – ich hatte keine wirkliche Wahl. Das Impfangebot kam von einer Ärztin, die Biontech und AstraZeneca verimpfte. Astra war so negativ in den Schlagzeilen, dass ich es von vornherein abgelehnt habe.

Hatten Sie Angst vor den Nebenwirkungen?

Definitiv hatte ich Angst. Im Kollegenkreis waren einige, die heftig mit Nebenwirkungen reagiert haben. Auch ich hatte Nebenwirkungen. Bei der ersten Impfung habe ich am Tag selbst und am Tag danach mit extremer Müdigkeit reagiert. Bei der zweiten Impfung war es das gleiche, nur hat es viel länger angehalten. Ich war 10 Tage völlig erschöpft, bekam nicht ausreichend Luft, konnte die Treppen bei uns im Dienstgebäude kaum hochgehen und musste ständig Pausen machen.

Wie stehen Sie zu dem zunehmenden Impfdruck bzw. sich abzeichnenden Impfzwang?

Das finde ich unmöglich, es widerspricht jeglicher Entscheidungsfreiheit. Auch wenn „es gibt keinen Impfzwang“ gebetsmühlenartig wiederholt wird, die Maßnahmen sprechen eine andere Sprache. Ich habe vollständig mein Vertrauen an die Aussagen von Politikern verloren. Jeder Mensch muss über seinen Körper entscheiden können, es darf nicht durch Drohungen „wenn du nicht, dann …“ Auch die Tests sind fragwürdig, da die Stäbchen ja auch krankmachende Substanzen enthalten sollen. Sich das nicht antun zu wollen und in Folge vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen zu werden, kann doch nicht sein. Und dann kommt noch die Selbstzahlung dazu, was sich viele gar nicht leisten können.

Wie stehen Sie zu den sonstigen Maßnahmen?

Der Lockdown war ein verkehrtes Mittel und auch von den Masken bin ich nicht überzeugt. Ich bekam von meiner Ärztin, trotz meiner Klaustrophobie keine Maskenbefreiung – mit der Begründung, dass mich ja niemand zwingen würde, Bus, Bahn oder Flieger zu benutzen. Das hat mich etwas schockiert. Ich trage medizinische Masken, wenn ich unbedingt muss, wechsele sie, wenn sie unansehnlich werden. Das handhabt wohl ein Großteil der Bevölkerung so. Ich stecke sie in die Hose, in die Tasche oder auf den Schreibtisch und nehme sie in – meine möglicherweise infizierte – Hand. Dass ich mit Maske andere schütze, halte ich für zweifelhaft.

Ich durfte bis jetzt ungetestet arbeiten und sitze auch ohne Maske im eigenen Büro – nur einmal musste ich mich für eine Dienstbesprechung testen lassen.

Ich kann mit keiner Logik nachvollziehen, warum Demo A, B und C erlaubt werden, bei denen auch nicht sämtliche Regeln eingehalten werden, Querdenken-Demonstrationen aber von vornherein verboten werden. Ich bin bewusst in den öffentlichen Dienst gegangen, ich war von den Werten der Bundesrepublik überzeugt, schätze das Grundgesetz und die Gewaltenteilung. Aber wie die eigentlich unabhängigen Gerichte jetzt mit fadenscheinigen Argumenten Gesetze brechen, kann ich nicht nachvollziehen. Die Härte der Berliner Polizei geht mir völlig gegen den Strich. Auch wenn manchmal die „was war vorher“-Bilder fehlen: die letzten Übergriffe seitens der Polizei finde ich mehr als bedenklich – diese Vorfälle sollten in einer Demokratie ordentlich aufgearbeitet werden, damit rechne ich aber nicht.

Ich hoffe, dass Sie Unrecht haben und es zu einer Aufarbeitung kommt.

 

Erschienen bei Frische Sicht

Ebenfalls erschienen bei TKP - https://tkp.at/2021/09/05/lasst-uns-bruecken-bauen-geimpfte-massnahmenkritiker-im-gespraech-teil-2/

 

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