23.01.2026

 

Cartagena fällt aus, da ich in Palomino eine Woche hängen geblieben bin. Aus Gründen. Dort hatte ich keinen Laptop dabei – nur mein Handy. Die folgenden Texte habe ich mithilfe von KI auf facebook eingesprochen – da ich jetzt nicht noch viel mehr zeit im Zimmer verbringen möchte, habe ich sie für den Blog 1:1 mit allen Fehlern übernommen. Es war nicht unspannend …
 
14.1.
Habe ich jetzt Glück oder Pech oder beides?
Ich bin heute nach Palomino gefahren, es hat alles gut geklappt meine Unterkunft war prima die Gastgeberin super nett und ich habe mich auf einen Spaziergang zum Fluss genauer zur Flussmündung am Meer gemacht. Die Stimmung war gut, es ist ja sehr schön hier. Glück gehabt.
Auf dem Rückweg war es ziemlich schwül, mir wurde ein bisschen schwindelig und es hat mich geschmissen. Pech gehabt
Ich flog auf Knie Hüfte Ellbogen, aber nur das Knie hat richtig etwas abbekommen Glück gehabt.
Es tat allerdings so weh dass ich nicht laufen konnte. Pech gehabt
Es kam einige Leute vom Strand die mir Eisbeutel geben konnten die habe ich aufs Knie gelegt. Dann kam noch ein Tuk Tuk mit dem ich in die Unterkunft gefahren bin. Glück gehabt
Die Schmerzen wurden immer schlimmer Pech gehabt
In der Unterkunft gibt es eine Art Whirlpool in der ich das Bein etwas bewegen konnte. Es scheint nicht gebrochen zu sein. Glück gehabt
Einkaufen konnte ich natürlich nichts mehr, weil ich mit dem Tuk Tuk direkt in die Unterkunft gefahren bin. Pech gehabt
Aber Angela meine Gastgeberin ist so lieb, ist für mich einkaufen gegangen und mich versorgt auch mit Eis so dass das gelöst ist Glück gehabt
Mein Gästezimmer liegt im ersten Stock mit dem Knie kann ich keine Treppen laufen. Pech gehabt
Jetzt schlafe ich im Zimmer der Tochter das unten ist. Glück gehabt
Naja schlafen. Das Bein tut scheiße weh, mal sehen wie gut ich schlafen kann Punkt trotz Tabletten tut jede Bewegung weh auch wenn es nicht gebrochen ist, es ist verstaucht und die sehnen hat es erwischt. Pech gehabt
Aber Angela und ihre Tochter kümmern sich so lieb um mich, es hätte viel schlimmer sein können. Ich werde die nächsten Tage viel im Whirlpool verbringen aber es soll Schlimmeres geben
Glück gehabt
Im summe bin ich also eher entspannt als verzweifelt, dass mir sowas gerade in Kolumbien passieren muss. Mal sehen wie meine Stimmung morgen früh ist wenn ich die Nacht hinter mir habe. In welcher Form auch immer.
Drückt mir bitte die Daumen, dass ich schnell wieder zum Laufen komme.

15.1
Aktuelles von meinem Knie
Da einige per Messenger fragen danke dafür gebe ich mal einen kurzen Update.
Das Knie ist definitiv nicht gebrochen, aber sehr heftig verstaucht. Unter dem Knie habe ich eine Bakerzyste die ziemlich geschwollen ist. Ich sitze hier rum mit Eis am Knie, gehe zwischendurch in den kleinen Naturpool und mache unter Wassergymnastik, ganz leichte natürlich. Es wird aber sicher ein paar Tage dauern bis das alles okay ist.
Was doof ist, mein MSM und DMSO habe ich in meinem großen Gepäck, das in tagana liegt. Neue Regel auch in ein kleines Gepäck gehört der gesamte medizinvorrat. Selbst dran schuld.
Meine Gastgeberin verpflegt mich gut es hätte mich sehr viel schlimmer treffen können.
Unkraut vergeht nicht nur gibt es die nächsten Tage keine spannenden Reiseberichte aus Kolumbien das ist auch für mich etwas schade. Eiwei - es ist wie es ist

Beispiel für die Freundlichkeit meiner kolumbianischen Gastgeberin
Ich habe ihr erzählt dass ich es bedauere meinen Laptop nicht mitgenommen zu haben sondern ihn in Taganga in meinem Gepäck gelassen habe. So kann ich nicht schreiben.
Eben brachte sie mir einen Block und einen Stift damit ich schreiben kann. ist das nicht herzallerliebst?

16.1
Dicloflenak, 50 mg, rezeptfrei 50 stück - weniger als 2,50 euro in kolumbien. Das ist günstiger als die rezeptgebühr für 10 stück in österreich.
Ich nehme ja ganz selten pharmazie, aber jetzt möchte ich asap wieder fit werden. Und ich weiss, dass ich den wirkstoff vertrage.
Ps. Arnica, msm,dmso ... gibt es in diesem ort nicht.

17.1
Kaum zu erkennen, ganz hinten in den Wolken, die schneebedeckten Berge des Sierra Nevada die ich mit meinem hinnigen Knie jetzt sicher nicht von der Nähe sehen werde.
Aber was soll's. Ich bin in Palomino und genieße die Wärme das gute Essen und die freundlichen Menschen.
Trotzdem: grummel grummel

Mit Stöcken und Knieschoner 10 Minuten Gassi. Immer nur rumsitzen und Bein hoch geht ans Gemüt aber mehr war noch nicht drin. Und jetzt geht's wieder in die Unterwassermassage

18.1
Heute bin ich wieder „spazieren“ gegangen. Ungefähr1000 Meter hin und zurück. Viel weiter geht leider noch nicht und das mit zwei Stöcken. Ich fand ein kleines Lokal wo ich Mittagessen konnte. Für 4,20 € Huhn mit Reis Suppe und ein Getränk. Arm wird man hier nicht.
Was mir aufgefallen ist hier in dem Dorf, dass die Menschen weniger freundlich lächeln auf der Straße als in Bogota. Dass liegt wohl daran, dass es ein Dorf ist, hat mir eine junge Frau aus einer anderen Stadt gesagt, mit der ich ins Gespräch kam. Sie sagte, ihr gegenüber wären die Menschen zurückhaltender als in bei ihr in der Stadt. dort wäre man viel lockerer.
Eine interessante Erfahrung, wenn es stimmt. Bei uns sind die Städter distanzierter, die Menschen auf den Dörfern freundlicher. Hier scheint es umgekehrt zu sein. Zumindest nach meiner bisherigen Wahrnehmung und der Bestätigung durch diese junge Frau.
Aber das Mittagessen war lecker und ich hatte auch freundliche animalische Begleitung. Dass das Essen schmeckt lässt die Figur des Kochs erahnen.
Meine sehr aufgeschlossene freundliche Gastgeberin stammt übrigens auch aus Bogota

Ich wage mich auf einen kleinen Spaziergang ins Dorf. Alle fünf Minuten 15 Minuten hinsetzen. Aber ich möchte etwas von dem Dorf sehen. Das Gute ist, so pervers es klingen mag, ich bin es ja gewöhnt mit Schmerzen zu laufen. Und so bekomme ich wenigstens etwas von der Stimmung mit.


19.1.
Heute habe ich mich mit zwei Stöcken auf den Weg zur Playa gemacht. Das sind rund 3,5 km geschätzt.
Ich habe mich zwischendurch 7 mal hingesetzt ich fand immer jemanden der mir einen Stuhl anbot so dass ich eine Pause machen konnte. Es war auch immer nett mit den Menschen dann ins Reden zu kommen und sich über die Situation hier im Dorf zu unterhalten.
Ein Mann hatte Wasser für die freilaufenden Hunde vor seiner Tür stehen, ein kleines Geschäftslokal wo man Fruchtsaft kaufen konnte super lecker für 50 Cent. Er erzählte mir dass es hier im Dorf mit den indigenen Bevölkerung richtig Probleme gäbe, weil die viel betteln. Eine ältere Dame bei der ich einen Kaffee zu mir nahm, für 25 Cent, versorgte mich mit Keksen.
Am Strand angekommen, kam ich mit einem Slowaken ins Gespräch, der offensichtlich nicht nur gelegentlich Kokain konsumiert. Wir unterhielten uns lange, er lebt schon 14 Jahre in Kolumbien, davon 6 Jahre illegal, aber er genießt das Leben hier. Die Mischung aus deutsch spanisch und englisch war lustig. Er kaufte für mich eine spezielle Süßigkeit von einem Straßenhändler damit ich diese mal probiere. Wir haben ein bisschen diskutiert über Trump Venezuela Putin die ökologische Situation hier in Kolumbien und er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass das meer dabei ist, die küste anzufressen.
Die Wellen waren schon sehr beeindruckend, surfen kann man hier sicher gut und ich habe einfach das Rauschen des Meers genossen. Dann bin ich noch ein paar Meter zu bis zur Surfschule gegangen, aber da hier das Meer schon ziemlich viel von der Küste weggefressen hat, konnte ich nicht weitergehen. Dann habe ich mich mit den Jungen von der Surfschule unterhalten der mich auch wieder mit Nahrung versorgt hat. So abgemagert bin ich doch nicht, oder?
Für den Rückweg habe ich mir aber dann ein Tuk Tuk gegönnt. Überlasten darf und will ich das Knie noch nicht und bin dann gleich bei meiner Ankunft ins Becken gegangen und habe Gymnastik gemacht.
Aber es war ein schöner Tag bis jetzt. Ein bisschen möchte ich doch vom Dorf sehen. Und jetzt weiß ich auch wo man eine Massage für 25 € bekommen kann. Die werde ich mir wohl morgen gönnen.


20.1
Diese Geschichte klingt wieder völlig unglaubwürdig, aber sie ist typisch für mich. Nach Rücksprache mit meiner Physiotherapeutin in Österreich, ( es lebe Telegramm) habe ich mich wieder gewagt, etwas schwierigere Wege zu gehen. Ich bin zum Fluss gegangen, quer durch den Wald leicht bergauf und bergab, aber es hat das Knie schon belastet. Für mich war es eine richtige Bergwanderung, auch wenn es eigentlich nur ein leichter Weg war
Aber da Ursula mir gesagt hatte, dass ich zwar abends schmerzen haben könnte, aber mir nicht nachhaltig schade, war mir das egal. Ich gebe aber zu, das letzte Stück runter zum fluss war mir zu steil und ich blieb vernünftig. Ein wenig habe ich mich auch vor dem Rückweg gefürchtet, weil es dabei deutlich mehr bergab ging und für ein kaputtes Knie bergab immer doof ist.
Da kam ein Jeep und brachte drei Touristen mit Kajaks, die den Fluss fahren wollten bis ans Meer. Der Fahrer sah mich, sprach mich an und fragte ob er mich mit ins Dorf zurücknehmen soll. Ich müsste auch nichts bezahlen.
Dass ich in diesem Moment sprachlos war, kann sich jeder denken. Das Universum schickt mir rechtzeitig die notwendigen Schutzengel.
Auf dem Hinweg hatte ich einen alten Mann kennengelernt, er meinte er würde mir eine Kräutermischung machen die ich auf mein Knie tun solle. Die hole ich mir heute abend ab. Er kennt sich mit den lokalen Kräutern aus, mein Kräuterhexen Wissen aus Österreich. ich werde berichten

Und auch diese Geschichte wird wieder niemand glauben, aber sie ist wahr. Schrieb ja vorhin ich traf indigene Männer, die meinten mir mit meinem Knie helfen zu können.
Ich habe sie heute Abend wieder getroffen Punkt um 5 Uhr war ich da und der eine kam dann mit den Pflanzen. Diese wurden gekocht, das ganze kühlte ab etwas, dann wurde das Zeug in meinen Knie massiert die Pflanzen aufgelegt und ich bekam einen Verband der mit Bananenpflanzen dann zugemacht wurde.
Zwischendurch würde ich mit Papaya versorgt und bekam ein langes Aloe-Blatt geschenkt Punkt Aloe super gut für die Haut.
Die Männer waren eher einfach gestrickt, ich hatte teilweise Schwierigkeiten sie zu verstehen, weil es wohl eine Mischung aus indigenen Sprache und Spanisch war. Ich gebe zu phasenweise war es mir ein bisschen mulmig zumute, weil sie nicht nur Koka gekaut haben. Aber ich habe mich einfach darauf eingelassen. Heiro hat mich dann noch in meiner Unterkunft begleitet, da es schon dunkel wurde und ich mich nicht fürchten sollte
Meine Frage nach den Kosten wurde abschlägig beschieden, ich hätte eine gute Energie und man helfe sich. die Natur hilft guten Menschen.
Und das nur weil ich freundlich grüßend und lächelnd durch die Gegend wandere.
In Österreich oder Deutschland lächlich auch, aber da wird nicht mal zurückgelächelt, geschweige so reich geschenkt



21.1
Bevor ich mich endgültig auf den Weg mache noch ein paar Gedanken. Einige haben auf Facebook geschrieben dass mir das mit dem Knie passieren musste, damit ich diese tollen Erlebnisse mit den Menschen habe
Ja das ist irgendwie richtig. Ich hatte in Europa schon fast vergessen wie menschlich der Umgang mit Fremden sein kann wie hilfsbereit wie herzlich Menschen sein können Punkt ich meine nicht die Menschen die ich persönlich kenne Punkt ich meine die Gesellschaft. Ich wurde langsam zum Menschen verachter, das konnte ich hier wieder etwas ablegen Punkt und kann weiter auftanken Punkt noch sind es ja drei Wochen


22.1
Was hat im Meer planschen mit Geopolitik zu tun? Ziemlich viel. Wenn man ....
- mit planschenden Kolumbianern ins reden kommt
- das Lied "gracias a la vida" zitiert
- klugscheissert (also ich), dass es nicht von mercedes sosa sondern von violetta para ursprünglich stammt
- dann über chile und victor jarra und den putsch am 11.9. zu sprechen kommt
- darüber philsophiert, dass man aus all dem nix gelernt hat - siehe venezuela, wo "sie" es wieder versuchen
... dann führt das zu einem sehr intensiven Austausch, der mit den Worten "Venceremos, no pasaran" endet.
Hat Spass gemacht.
PS. und jetzt mache ich einen ausflug nach santa marta - mit dem bus ... ein wenig marktbummeln ... und wieder retour. aber mit ganz wenig geld ... denn führe mich nicht in versuchung ... ich muss was immer ich kaufe ja noch nach medellin, armenia und sonst wo hin tragen ...

Am markt in st. Marta findet man
1. Die strasse der glücksschweine
2. Die strasse der werbefirmen
3. Die strasse der stolperfallen

die bilder folgen irgendwann

dieses häufungsphänomen ist mir schon in botoga aufgefallen. die strasse der juwelliere, die strasse der waschmaschinenverkäufer, die strasse der tierärzte ... aber das scheint normal zu sein.
PPS. die strasse der zahnkliniken - drei stück hintereinander - habe ich aus persönlicher aversion gegen diese berufsgruppe nicht dokumentiert


23.1
Ich bin eben zum Taxistand hin, um wegen eines Taxis morgen früh zu fragen was es kostet wie lange es bis zum Flughafen dauert. Ich muss schauen ob mein Bargeld reicht oder ob ich noch Geld abheben muss1
Ich wurde gefragt in welchem Hotel, ich solle doch reservieren. Da sagte der eine Taxifahrer zu seinem Kollegen: sie ist in Hostal Pelikan da vorne.man steht hier wohl auch unter Beobachtung. Aber okay groß und grau blond fällt auf. Irgendwie aber trotzdem nett
Ich möchte aber noch mal loswerden, wie extrem nett die Menschen hier sind.
Wenn ich in den Bus steige werden mir sofort Hände entgegen reicht weil ich mich beim Einsteigen etwas schwer tue mit den hohen Stufen. Es steht sofort jemand auf damit ich in der Nähe der Tür sitzen kann. Ich bin leider noch etwas hacklig unterwegs, aber ich bin froh dass ich hier wackelig unterwegs bin, und nicht in Deutschland Punkt selbst wenn ich auf der Straße vor einer Stufe kurz zögere, weil ich nicht mit dem rechten Bein aufsteigen will, ist es mir schon passiert dass ein junger Mann fragt ob ich Hilfe brauche. Es sind unzählige solche Situationen in den letzten Tagen gewesen das ist einfach so unfassbar.
 
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