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11.01.2026
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Andrea-Erlebnisse von Bogota bis Taganga
Welcher berühmter Schriftsteller saß irgendwo in Südamerika in einem Cafe und schrieb? Ich sitze hier in Taganga und habe das erste Mal meinen Laptop geöffnet – und trinke Cafe. Nach einer Woche voller Erlebnisse muss ich mich richtig aufraffen zu schreiben. Aber von Anfang an.
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Der Flug nach Bogota verlief völlig harmlos. Meine Befürchtungen vor deutschen Grenzbehörden waren überflüssig. Im Gegenteil, der junge – türkischstämmige – Polizist war extrem freundlich und schaute sogar extra nach zu welchem Gate ich muss. Dass er türkische Wurzeln hat, erfuhr ich erst durch unser Gespräch, weil ich ihn fragte ob der Kolumbianer sei, weil er so nett ist :-)
Im Flugzeug nach Bogota lernte ich dann Angelika und Moritz kennen. Sie aus Kolumbien – er aus deutschland. Es freute mich, als sie mir am Ende des Fĺuges ihre Whatsapp Nummer gab – ich bin / war meines Körpers und seiner Funktionsfähigkeit doch nicht sicher – da ist ein deutschsprachiger Kontakt für Notfälle immer gut. Andrea-Erlebnis #1, wenn man so will.
Ich stieg ziemlich fertig aus dem Flieger aus und habe mir dann gleich Geld gewechselt und eine Sim-karte organisiert. Die Dame, die mir das Teil gleich in Betrieb nahm, musste ziemlich kämpfen, bis es funktionierte. Sie wollte mir dann auch ein Taxi vermitteln – aber stellte fest, dass es 2mal soviel wie UBER kostet – kein Problem. Sie brachte mich aber trotzdem zum UBER-Fahrzeug, trug meinen Rucksack – obwohl sie NICHT an mir verdiente … #2.
Das AirBnB war ok – aber nicht, was ich erwartete. Keine privatunterkunft sondern eine Art Hostel – ohne Kontakt zu Gastgebern. Also unpersönlich. Aber sauber, ruhig und in einer sehr sicheren Gegend, denn ich befinde mich ja im gefährlichen Kolumbien, Bogota, wo alle einen ausrauben wollen …
… nur nicht mich. Ich bekam von zwei Straßenkünstlern – Maggi und Juan – einen Ring GESCHENKT! #3 – aber als Andrea darf ich mich wohl nicht wundern, wenn das universum so komische Dinge tut. Dieser erste Stadtbummel durch Bogota am Sonntag war also nicht ganz typisch … für Touristen. Der Teil von Bogota, durch den ich wanderte war auch wirklich harmlos – natürlich bin ich nur bei Licht unterwegs.
#4 passierte nach dem Mittagessen am Montag mit Angelika. Sie sah wie schwerfällig ich mich bewege … und meinte, sie könnte mir ihren TCM arzt empfehlen. Dr. Tao. Sie rief ihn an – und er hatte am nächsten Tag um 8.30 Zeit für mich. Eigentlich ist die Tatsache, dass man mit einer Fremden aus dem Flieger sich zum Essen trifft auch schon eine Zählung wert … Wir spazierten gemeinsam durch die Stadt, besuchten ein Musuem (weil es richtig fies regnete) und verbrachten eine schöne Zeit.
Dienstag früh bin ich dann zu Dr. Tao gefahren, der mich äußerst intensiv behandelte. Das Ergebnis: - das Knie tut nicht mehr weh, ich kann wieder richtig normal laufen - die Schultern sind besser – ich kann meinen Gürtel, den man in der Flughafen-Security ausziehen muss, jetzt selbst wieder anziehen !!!!! - der Schwindel ist deutlich leichter – aber da bleibe ich vorsichtig, phasen gibt es immer
Am Ende meiner Reise werde ich ihn noch mal heimsuchen und mir die empfohlenen Kräuter-Mixturen mitnehmen.
Auf jeden Fall war es die 40 Euro wert – und dass Angelika mit dabei war, war total nett. Wir sind dann in ein ganz modernes Shopping-Center in der Nähe gegangen und haben einen Fruchtsaft getrunken – 3.50 euro. Wie überteuert das war, hab e ich erst später gemerkt, als ich für 3,80 Euro ein ganzes Mittagessen mit Suppe, gegrillten Fleisch, Reis, Salat, Banane und Fruchtsaft bekam. Aber das sind halt die Erfahrungen, die man machen darf.
Ich traf dann noch Gretel – die Tochter von Leydis – die Freundin von Stefan, den ich in Taganga besuchen werde – und ging mit ihr ins Planetarium. Aber durch die Behandlung war ich so fertig, dass ich erst mal eine Pause gebraucht habe. Aber ich werde sie ja noch in Taganga treffen.
Am spätnachmittag habe ich dann nochmal Kontakt zu Maggie & Juan aufgenommen. Den Strassenkünstlern – und sie luden mich zu Kaffee und Kuchen zu sich nach Hause ein. Sehr einfache Verhältnisse – aber auch günstig – und eine ganze liebe Katze, die meine Haarsträhne fressen wollte :-). Da es schon dunkel wurde, brachten mich die beiden dann noch zu meinem Zimmer. Nicht dass ich mich fürchte, aber im Dunkeln bin ich halt doch noch … unsicher. Und war dankbar dafür.
Zusammengefasst: ich habe nie in so kurzer Zeit so viele nette und freundliche Menschen „auf der Strasse“ kennengelernt, wie in diesen drei Tagen Bogota. Viele viele Kleinigkeiten kann ich garnicht schildern. Das freundliche Lächeln völlig fremder Menschen, die freundlichen Begrüssungen, die schnellen Kontakte – die Hilfsbereitschaft, sobald ich mal ein wenig unsicher aus der Wäsche geschaut habe, kam jemand, und fragte ob ich Hilfe brauche. Im Bus steht sofort wer auf, wenn man als „älteres Mädchen“ reinkommt. Einfach nur nett – trotz der teilweise brutal großen Armut.
Natürlich gibt es auch Verbrecher, auch als Folge der Armut, aber zumindest in den drei Stadtvierteln von Bogota, die ich kennengelernt habe, blieb das überschaubar.
Nach einem ausführlichen Frühstück am Mittwoch – einem letzten Abschied von Maggi und Juan – ging es dann zum Flughafen. Hier sind übrigens auch die Taxifahrer nett, wenn ich ihnen sage, sie sollen etwas langsamer fahren, tun sie das. Selten so eine entspannte Security erlebt wie in Bogota am nationalen Flughafen. Man darf da sogar Wasserflaschen mitnehmen. Undenkbar in A oder D. Auch die Freundlichkeit der Security-Leute …
Was man wissen sollte, dass manche Restaurants automatisch trinkgeld mit inkludiert und vom kellner einbehalten wird … am Flughafen ist mir das zum ersten mal passiert, ist aber wie stefan mir sagte, nicht unüblich.
Der Flug nach Taganga verlief erlebnislos, die Taxifahrt war mit 15 euro für 45 minuten ok – und ich war bei einem Facebook-Freund aus der Friedensbewegung angekommen. Ich bin aber nicht sein einziger Besuch – auch seine Mutter und Cousine sind aktuell dort – so dass mir klar war, dass ich mir ein Hostel suchen werde. Man muss sich ja nicht gegenseitig stressen – und gleich bei unserem kleinen Abendspaziergang fand ich das Hostel Pelikan, in dem ich jetzt auf der Terasse sitze. 22 Euro die Nacht inkl. Frühstückscafe – und das mitten in der Hochsaison, hier sind noch Schulferien – an einem richtigen Touri-Ort. Taganga ist voll von Touristen – was bei den netten Stränden und der tollen Umgebung auch kein Wunder ist.
Gleich am nächsten Tag konnte ich ausprobieren wie gut die Behandlung von Dr. Tao war: wir machen eine Strand/Bergwanderung, bei der ich schwer ins Schwitzen kam. Auch einiger Angstschweiss war dabei, aber Stefan half mir über die schwierigsten Stellen. Zurück nahm ich dann das Boot gemeinsam mit seiner Mutter – und liess die jungen laufen. Man/ich muss es ja nicht übertreiben.
Freitag ging es dann in die Sierra Nevada mit dem Bus, zum Pozo Azul – einem Wasserfall im Regenwald. Wunderschön die Umgebung von Minca – aber VIEL zu touristisch und VIEL zu teuer. Eine richtige Touristenfalle. Man zahlt dort das doppelte von Taganga und das vierfache von Bogota … Außerdem haben mich – trotz Repellente – ca. 1000 Mücken gefressen. Mein Körper ist jetzt ein Streuselkuchen – und ich habe mir am nächsten Tag gleich mal ein Antihistamin-Präparat besorgt … sicher ist sicher.
Der Ruhetag am Samstag begann mit 3 Stunden am Strand zusammen mit Anna und Nadine … viel und gut Essen und viel Nixtun. Und auch den Sonntag heute gehe ich langsam an. Von der Strand/Bergtour und dem Ausflug nach Minca habe ich nämlich richtig Muskelkater. Heute kommt auch Gretel nach Hause, so dass wir zu 6t bei Stefan sein werden. Das wird sicher lustig. Heute abend geht es zum Aussichtspunkt am Strand/Berg um Sonnenuntergang zu sehen. Das wird sicher schön, aber auch wieder anstrengend. Darum genieße ich die Zeit auf der Terrasse und schone meine Füsse.
Drei Sachen gefallen mir nicht in Kolumbien: Die Armut der Menschen, der Müll auf den Straßen und die vielen herrenlosen Hunde und Katzen. Als Tiermensch finde ich letzteres fast am schlimmsten
Hier in Taganga werden die beiden letzten Dinge besonders deutlich. So viele Strassentiere. Das tut richtig weh. Aber gut. Das ist fast in ganz Lateinamerika ein Problem.
Ach ja – dass es in St. Marta, Minca und wohl Taganga so ziemlich sicher ist, liegt an „denen, deren Namen man nicht nennt“ – Paramilitärs. So wurde mir zumindest erzählt. Als sich jemand an einer Touristin vergangen hat, soll der von denen wohl aufgeknüpft worden sein. Als Zeichen, dass das unerwünscht ist. Hmmm. Ob es stimmt, weiss ich nicht, aber es erscheint nicht unglaubwürdig.
Ich fühle mich hier auf jeden Fall sicher und erhole mich bei rd. 35 Grad – ich hatte vergessen zu erwähnen – in Bogota hatte es gerade mal 13-17 Grad – und durch den Regen war es teilweise richtig brrrrrrrrrrrr.
So. Das war ein erstes Lebenszeichen – ohne Bilder, denn das Netz / Wifi ist hier im Hostel so schwach, dass ich froh bin, wenn ich diesen Text online stellen kann.
Liebe Grüße aus der Karibik. |
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